Freitag, 9. November 2012

Fall Mirco: Handy-Daten führten laut Chefermittler zum Mörder - Spiegel Online

Grefrath - Die Handy-Daten des Tters sollen zum Durchbruch im Fall Mirco gefhrt haben. Das berichtet der Chefermittler in dem Fall, Ingo Thiel, in einem Buch, das am kommenden Montag erscheint. Ein Abgleich der rekonstruierten Fahrtroute des Kindermrders mit den zur Tatzeit an den Funkmasten eingeloggten Handys habe die Ermittler zum inzwischen rechtskrftig verurteilten Tter gefhrt, heit es darin laut der Nachrichtenagentur dpa.

240.000 Mobilfunkdaten htten die Fahnder dafr ausgewertet, bis sie nach 133 Tagen fndig geworden seien: "Die Spur eines Handys, das sich genau an die Route des Entfhrers schmiegt." Dessen Auto, ein VW Passat, habe die Ermittler auf die Spur des Tters gebracht, hatte es whrend der Ermittlungen geheien. Spter hatten auch DNA- und Faserspuren den Verdacht besttigt. Der Mrder hatte die Tat schlielich gestanden und die Ermittler zur Leiche gefhrt.

Die Schilderung in dem Buch ist politisch brisant, weil das Bundesverfassungsgericht das Gesetz zur Speicherung dieser Daten ein halbes Jahr vor dem Verschwinden des zehnjhrigen Jungen fr verfassungswidrig erklrt hatte. Seitdem ist die Vorratsdatenspeicherung politisch blockiert, obwohl die Verfassungsrichter keine grundstzlichen Bedenken haben. Die Telekom lscht die Daten seither deutlich schneller.

Ein Telekom-Sprecher erklrte am Donnerstag, die Datenanfrage der Polizei sei noch vor Ablauf der 30-Tage-Frist erfolgt, bis zu der die Funkmast-Daten damals zu Rechnungszwecken legal gespeichert worden seien. Vor dem Einfrieren der sogenannten Vorratsdatenspeicherung seien die Daten noch 180 Tage lang gespeichert worden. Inzwischen seien es aber nur noch sieben Tage.

Die Datenauswertung sei vllig legal gewesen, betonte ein Polizeisprecher. Durch die Blockade der Vorratsdatenspeicherung sei es aber mehr oder minder Glcksache, ob die Ermittler noch Daten erhalten.

Von Mircos Handy hatten die Ermittler gar keine Funkmastdaten erhalten. Er hatte einen Vertrag bei einer anderen Mobilfunkgesellschaft. Bei einem Abgleich des Bewegungsprofils seines Handys wren die Ermittler vermutlich deutlich schneller auf die Spur des Tters gekommen. Ermittler hatten immer wieder auf die Notwendigkeit dieser Daten hingewiesen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen