Montag, 12. November 2012

Israels Armee tötet sechs Palästinenser im Gazastreifen - STERN.DE

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Ein Todesopfer des israelischen Angriffs war ein 20-jhriger Dschihad-Anhnger, der am Sonntag beigesetzt wurde. Seine Schwester weint um ihn bei der Beerdigung.©

Bei einer neuen Welle der Gewalt im Gazastreifen sind am Wochenende mindestens sechs Palstinenser gettet und acht Israelis verletzt worden. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu drohte, sein Land sei "bereit zur Eskalation". Die israelische Luftwaffe flog nach eigenen Angaben sieben Angriffe auf Ziele im Gazastreifen, nachdem rund 60 Raketen von dort gegen Israel abgeschossen worden seien.

Bei einem der Luftangriffe der israelischen Armee im nrdlichen Gazastreifen wurden nach palstinensischen Angaben am Samstagabend ein Palstinenser gettet und zwei weitere verletzt. Der gettete 20-Jhrige war ein Kmpfer der Al-Kuds-Brigaden der radikalen Palstinenserorganisation Islamischer Dschihad, wie diese mitteilte.

Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht zum Sonntag sechs weitere Ziele im Norden und Osten von Gaza-Stadt sowie im sdlichen Gazastreifen an. Dabei seien unter anderem eine Waffenwerkstatt, Waffenlager und Abschussrampen fr Raketen ins Visier genommen worden, erklrte die Armee.

Vier Zivilisten unter den Getteten

Unter den weiteren Todesopfern der Angriffe waren laut palstinensischen Angaben ein weiterer Al-Kuds-Kmpfer, zudem wurden vier Zivilisten im Alter zwischen 15 und 20 Jahren gettet. Mindestens 32 Menschen wurden nach Angaben palstinensischer rzte verletzt, zehn von ihnen mussten Gliedmaen amputiert werden.

Am Sonntagmorgen feuerten palstinensische Extremisten erneut vier Raketen ab, dabei wurden nach israelischen Angaben vier Menschen in der Stadt Sderot leicht verletzt. Zu den Angriffen bekannten sich die Al-Kuds-Brigaden in einer am Sonntag verffentlichten Erklrung.

Offensive Reaktionen israelischer Politiker

Eine ganze Riege israelischer Politiker hat sich bereits zum Konflikt geuert. Netanjahu sagte bei der wchentlichen Kabinettssitzung, die Welt msse verstehen, dass Israel nicht tatenlos zusehen werde, wenn es angegriffen werde. "Wir sind bereit zur Eskalation." Heimatschutzminister Avi Dichter sagte im Rundfunk, Israel knne nicht akzeptieren, dass zwischen seinem Territorium und gypten eine "terroristische Einheit" existiere, in der Waffen angehuft wrden und deren "einziges Ziel der Terrorismus ist".

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, die Armee habe bereits "hart zurckgeschlagen", und in den kommenden Tagen seien "zustzliche Antworten" zu erwarten. Vize-Ministerprsident Silvan Schalom wird konkreter und erklrt nach Angaben des israelischen Rundfunks, notfalls msse man die Armee zu einer neuen Bodenoffensive in den Gazastreifen schicken.

Auseinandersetzungen nahmen zu

Die Gewalt war eskaliert, nachdem am Samstag Augenzeugen zufolge palstinensische Kmpfer vom Gazastreifen aus eine Rakete auf ein nahe der Grenze fahrendes israelisches Militrfahrzeug abgefeuert hatten. Nach Angaben des israelischen Armeeradios explodierte der Jeep, dabei wurden vier Soldaten verletzt. Die Armee reagierte mit Artilleriebeschuss. Zu dem Angriff bekannte sich der bewaffnete Arm der Volksfront zur Befreiung Palstinas (PFLP).

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Israel und bewaffneten Palstinensergruppen im Gazastreifen nahmen in jngster Zeit wieder deutlich zu. Israel droht regelmig mit einem Militroffensive gegen das Palstinensergebiet nach dem Vorbild der "Operation gegossenes Blei" vom Dezember 2008 und Januar 2009. Dabei waren auf palstinensischer Seite mehr als 1400 Menschen gettet worden, darunter viele Frauen und Kinder. Auf israelischer Seite gab es damals 13 Tote, darunter zehn Soldaten.

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