Freitag, 9. November 2012

Vater ermordet Kinder mit Teppichmesser - Vierfacher Kindsmörder verurteilt - Frankfurter Rundschau

Hildesheim –  

Für den Mord an seinen vier Kindern ist ein Vater aus Niedersachsen zu einer 15-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Wegen einer schweren Persönlichkeitsstörung des Angeklagten verzichtete das Landgericht Hildesheim auf die Verhängung einer lebenslangen Haftstrafe und ordnete die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an.

Der 37-Jährige hatte gestanden, seine drei schlafenden Söhne sowie seine zwölfjährige Tochter im Sommer in ihren Betten mit einem Teppichmesser getötet zu haben. Danach versuchte er, sich selbst umzubringen. Er überlebte knapp.

Der Mann aus Ilsede nahm das Urteil mit gesenktem Kopf entgegen.
Hintergrund der Tat war, dass seine Ehefrau sich kurz zuvor von ihm getrennt hatte. Zum Tatzeitpunkt war sie in Dänemark - vom Tod ihrer Kinder erfuhr sie aus einer SMS des Vaters.

Vor fünf Monaten wurden die Bürger des beschaulichen Ilsede in Niedersachsen von einem unfassbaren Verbrechen erschüttert. Ein Vater hatte seine vier Kinder mit einem Cuttermesser brutal getötet. Die wesentlichen Ereignisse nach der Tat in der Zusammenfassung:

Nach Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters war die Tat des Mannes nicht in erster Linie ein Racheakt, um die Ehefrau für die Trennung zu bestrafen, sondern vor allem vom Wunsch geprägt, mit den Kindern im Tod auf ewig vereint zu sein. Der Gutachter stufte den 37-Jährigen wegen seiner Persönlichkeitsstruktur, einer Depression und einer extremen Suizidgefährdung als gefährlich ein.

Zeugen: Er war vorbildlicher Vater

Zeugen hatten den Verurteilten im Prozess zuvor als vorbildlichen Vater beschrieben, der viel mit seinen Kindern unternahm und nie die Geduld verlor. Die Kinder seien sein Ein und Alles gewesen. Der Mann selbst hatte zum Auftakt der Verhandlung betont, es tue ihm sehr leid, was er getan habe.

Die Mutter der getöteten Kinder war Nebenklägerin in dem Prozess. Sie war bei der Urteilsverkündung aber abwesend. Die Tat hatte in dem kleinen Ort im Kreis Peine viel Anteilnahme hervorgerufen. Hunderte Menschen nahmen bei einer Trauerfeier Abschied von den Kindern. Für die Mutter wurden Spenden gesammelt. Sie wohnt inzwischen wieder in dem Reihenhaus, in dem die Bluttat geschah. (dpa)

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