Eigentlich sollen afghanische Soldaten nach dem Abzug der internationalen Truppen in ihrem Land für Sicherheit sorgen. Jedoch lässt die Unterwanderung der Armee durch Taliban und die Häufung von sogenannten Insiderangriffen daran Zweifel aufkommen.
Kabul. Die Insider-Angriffe afghanischer Sicherheitskräfte auf Soldaten der internationalen Schutztruppe Isaf reißen auch im neuen Jahr nicht ab. Das Verteidigungsministerium in London teilte am Dienstag mit, am Vortag habe ein mutmaßlicher Angehöriger der Afghanischen Nationalarmee (ANA) das Feuer eröffnet und einen britischen Soldaten getötet. Zu dem Vorfall sei es auf einer gemeinsamen Basis der ANA und der Isaf in der südafghanischen Provinz Helmand gekommen.
Die Nato-geführte Isaf teilte mit, der Angreifer sei getötet worden. Sein Motiv sei unklar gewesen. Es ist der erste tödliche Insider-Angriff in diesem Jahr gewesen.
Ein ANA-Sprecher bestätigte, dass es sich bei dem Täter um einen afghanischen Soldaten gehandelt habe. Insider-Angriffe einheimischer Sicherheitskräfte auf internationale Verbündete haben stark zugenommen. Im vergangenen Jahr starben dabei 62 Isaf-Angehörige, nach 35 Toten im Jahr zuvor. 2011 waren unter den Opfern auch drei Deutsche.
Die Isaf macht für die Fälle in einem geringen Umfang Infiltration durch Aufständische wie die Taliban verantwortlich. Vor allem hält die Schutztruppe persönliche Beweggründe wie Streit oder verletzten Stolz für Auslöser solcher Angriffe. (dpa)
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