Donnerstag, 4. April 2013

Zentralafrikanische Republik: Südafrikas Armee soll Kindersoldaten getötet haben - Spiegel Online

Bangui - Sdafrikanische Soldaten haben laut Presseberichten bei Gefechten mit Aufstndischen in der Zentralafrikanischen Republik Kindersoldaten gettet. Bei Auseinandersetzungen um die Hauptstadt Bangui htten am 23. Mrz auf Seiten der Seleka-Rebellen auch Kinder gekmpft. Dies berichtet die sdafrikanische Wochenzeitung "Sunday Times" am Sonntag nach Gesprchen mit Soldaten. Demnach griffen etwa 3000 Rebellen eine seit Januar in dem Land stationierte knapp 200-kpfige sdafrikanische Einheit an. Insgesamt seien 13 Angreifer erschossen worden.

Sdafrikanische Soldaten sagten der Zeitung, dass die Ereignisse sie traumatisiert htten. "Erst nachdem die Schsse gefallen waren, haben wir gesehen, dass wir Kinder gettet hatten", erzhlte ein inzwischen nach Sdafrika zurckgekehrter Soldat dem Blatt. "Dafr sind wir nicht ausgerckt, das macht krank", sagte der namentlich nicht genannte Mann.

Ein weiterer Soldat warf verbndeten Einheiten aus anderen afrikanischen Lndern vor, bei dem Angriff die Flucht ergriffen und die sdafrikanischen Soldaten alleine zurckgelassen zu haben. Die Wochenzeitungen "City Press" und "Rapport" berichteten am Sonntag hnliches. Die sdafrikanische Armee wollte zur Frage der Kindersoldaten keine Stellung nehmen.

Die Rebellen unter ihrem Anfhrer Michel Djotodia hatten Bangui an besagtem Tag unter ihre Kontrolle gebracht. Der entmachtete Prsident Franois Boziz war zuvor ins benachbarte Kamerun geflohen. Djotodia kndigte an, die Verfassung auer Kraft zu setzen, das Parlament aufzulsen und die bergangsregierung abzusetzen. Wahlen soll es erst in etwa drei Jahren geben.

Neue Regierung Zentralafrikas mit Rebellen und Ex-Oppositionellen

Unterdessen hat der Ministerprsident der Zentralafrikanischen Republik, Nicolas Tiangaye, am Sonntag seine neue Regierung ernannt. Sie besteht zum grten Teil aus Mitgliedern der Rebellion und der ehemaligen Opposition. Dies geht aus einer am Abend im staatlichen Hrfunk verlesenen Erklrung hervor. Zuvor hatte der Rebellenchef und selbsternannte Prsident, Michel Djotodia, Tiangaye in seinem Amt als Regierungschef besttigt.

Dem aus 34 Mitgliedern bestehenden Kabinett gehren neun Minister aus den Reihen des Rebellenbndnisses Seleka an, das seit einer Woche an der Macht ist. Acht Kabinettsmitglieder waren frher Oppositionspolitiker. Auerdem gibt es in der Regierung einen Anhnger des entmachteten und ins benachbarte Kamerun geflohenen Prsidenten Franois Boziz. Bei den 16 brigen Kabinettsmitgliedern handelt es sich um Persnlichkeiten, die unter anderem aus der Zivilgesellschaft kommen.

Die gegen Boziz kmpfenden Rebellen hatten die zentralafrikanische Hauptstadt Bangui vor einer Woche unter ihre Kontrolle gebracht. Ihr Chef Djotodia kndigte an, die Verfassung auer Kraft zu setzen, das Parlament aufzulsen und die bisherige bergangsregierung abzusetzen. Wahlen soll es erst in etwa drei Jahren geben.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen