Mittwoch, 4. September 2013

Jung: Der Mörder aus dem Franken-Tatort darf gern aus Fürth kommen - Nordbayern.de

So kommt die Entscheidung des Bayerischen Rundfunks an - vor 11 Stunden

NÜRNBERG  - Nürnberg hat gewonnen – aber viele andere Städte auch. Die NZ hat sich in der Region bei Gewinnern und Verlierern umgehört.


„Wir sind schon enttäuscht", sagt Karl Heilmann. Der Forchheimer Schauspieler und Regisseur hätte sich einen fränkischen Tatort aus seiner Heimatstadt gewünscht. „Das Interesse seitens des BR war ja da", sagt er. Das Material für den Forchheimer Franken-Krimi haben sich die Verantwortlichen bereits zuschicken lassen. Ideale Tatorte hätte die Stadt schließlich jede Menge zu bieten. „Der Blümleinskeller, wo das Annafest stattfindet, wäre ein guter Fundort für eine Leiche", sagt Heilmann. Dort könnte dann vielleicht der zweite Franken-Tatort beginnen, der soll schließlich in einer anderen Region spielen. Für alle enttäuschten Forchheimer hat Heilmann einen Tipp: die Museumsnacht am 14.September. Da wird nämlich der Pilot-Film für seinen Forchheimer Krimi gezeigt.

Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung hingegen freut sich über die Entscheidung, den ersten Franken-Tatort in der Metropolregion spielen zu lassen. Darauf, dass die Mordkommission ihren Sitz in Nürnberg hat, ist der Chef der Kleeblattstadt nicht neidisch. Fürth bietet sich schließlich mit seinen vielen geheimnisvollen Ecken als Kulisse für den Mord bestens an. „Der Täter darf auch gern aus Fürth kommen", sagt Jung. Nicht etwa, weil die Fürther so kriminell wären, sondern „weil die Krimi-Täter oft sehr raffiniert sind."

Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner freut sich darüber, dass in ganz Franken ermittelt wird und wünscht der neuen „Mordkommission" viel Erfolg. „Die Noris als Drehkulisse für den ersten Frankentatort – das passt 2014 wie Hitchcock zum Thriller", sagt sie. Denn nächstes Jahr kommen Krimibegeisterte in Nürnberg und Fürth auch bei der „Criminale" – einem Krimifestival – auf ihre Kosten.

„Vom Münsteraner Tatort weiß man doch, dass der eigentliche Held der Rechtsmediziner ist", sagt Georg Rosenthal, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg. Die Stadt ist bei der Mordkommission zwar leer ausgegangen, dafür bekommt sie zusammen mit Erlangen aber die Rechtsmedizin. Erfahrung im Filmbusiness hat Würzburg bereits. Sogar der Oberbürgermeister ist schon vor der Kamera gestanden. „Dadord Würzburch" heißt die Reihe regionaler Krimifans, in der man auch Rosenthal bewundern kann. Außerdem war die Stadt im Jahr 2010 Drehort für den Hollywood-Streifen „Die 3 Musketiere". Bis zu 3000 Filmfans beobachteten Frauenschwarm Orlando Bloom damals dabei, wie er in der Würzburger Residenz kämpfte.

Für den Streifen kam auch Bamberg als Kulisse zum Einsatz. Deshalb ist man in der Domstadt auch nicht enttäuscht, dass es mit dem Tatort nicht geklappt hat. „Wir freuen uns über den Tatort aus der Region", sagt Stadtrat Christian Hinterstein, der natürlich hofft, dass Bamberg als Drehort doch noch zum Zug kommt. Sein Tipp für einen möglichen Mord-Schauplatz: „Es wäre natürlich toll, wenn das Alte Rathaus gezeigt wird, aber der Domplatz bei Nacht würde sich natürlich auch sehr gut eignen."


„Wäre ich ein Grantler, dann würde ich jetzt sagen ,Zeit is worn'", sagt Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly. „Aber ein Grantler bin ich natürlich nicht." Maly kommt gerade aus einer Sitzung, als er mit der NZ telefoniert. Die anderen Sitzungsteilnehmer kamen aus ganz Deutschland. „Dort habe ich gleich den Test gemacht", sagt er. Alle haben ihm bestätigt, dass der Tatort aus München ein Bild von Bayern vermittelt, das sehr altbayerisch wirkt. „Mit dem Franken-Tatort sind wir als Stadt in ganz Deutschland präsent", freut er sich. Drehorte hat die Noris schließlich genug zu bieten. Dass der Mörder im Franken-Tatort am Schluss aus Nürnberg kommen könnte, „müsse man eben in Kauf nehmen, wenn man sich als Drehort für einen Krimi bewirbt." 

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