Samstag, 3. November 2012

Gefangene ermordet - Junge Welt

Bewaffnete Aufstndische sollen in der nordsyrischen Provinz Idlib mindestens 28 Soldaten ermordet haben. Den bislang unbesttigten Berichten zufolge berfielen Kmpfer einen Kontrollpunkt des Militrs nahe dem Ort Sarakeb und tteten die Soldaten, nachdem diese sich ergeben hatten. Auf einem vermutlich mit einem Handy aufgenommenen und im Internet verffentlichten Video ist zu sehen, wie die Angehrigen der Regierungstruppen sich ergaben und geschlagen wurden. Als die tdlichen Schsse fielen, wendete die Kamera sich ab. Rupert Colville, Sprecher der UN-Kommissarin fr Menschenrechte Navi Pillay, sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Film zeige ein Kriegsverbrechen und knne als Beweis vor einem Tribunal dienen.

Die bewaffneten Aufstndischen in Syrien und ihre internationalen Netzwerke werden von Saudi-Arabien, Katar, der Trkei, den USA und westeuropischen Staaten finanziell, logistisch und mit Waffen untersttzt. Die bewaffneten Gruppen selber geben an, sich und das syrische Volk zu verteidigen und fr den Sturz des Regimes zu kmpfen. Seit dem islamischen Opferfest in der vergangenen Woche haben die Aufstndischen landesweit ihre Angriffe verstrkt. Armee und Luftwaffe reagierten darauf ihrerseits mit massiver Gewalt. Im Umland von Damaskus greifen bewaffnete Gruppen, die allgemein als Freie Syrische Armee bezeichnet werden, tglich Militrposten an. In der vergangenen Woche kamen zudem bei der Explosion von Autobomben in verschiedenen Stadtvierteln von Damaskus viele Menschen ums Leben. Die syrische Luftwaffe fliegt tglich Angriffe auf die Stellungen der Aufstndischen, die sich vor allem in Wohnvierteln der Satellitenstdte Harasta und Douma sowie in den Auenbezirken von Jobar und Zamalka verschanzt halten. Die umkmpften Gebiete sind kaum zugnglich, das Ausma der Zerstrungen ist gro. Auch in Aleppo und Maaret Al-Numan halten die Kmpfe an.

Offenbar wollen islamistische Gruppen und Aufstndische Bevlkerungsgruppen, die versuchen, sich aus dem Konflikt herauszuhalten, durch solche Angriffe provozieren. In der nordsyrischen Stadt Afrin wurden am Donnerstag 14 Einwohner von Aufstndischen entfhrt, die aus dem nahe der trkischen Grenze gelegenen Ort Azaz operieren. Afrin und die umliegenden Drfer sind von Kurden bewohnt, die fr eine friedliche Vernderung in Syrien eintreten. Die von Ankara untersttzten Islamisten versuchen deshalb gezielt, die Milizen der kurdischen Partei der demokratischen Einheit (PYD) in Kmpfe zu verwickeln.

Aufstndische nutzten in den letzten Tagen auch die entmilitarisierte Pufferzone auf dem Golan, um in den drei Drfern Beerajam, Bariqa und Qahtaniye Stellungen zu errichten. Das berichteten Einwohner der Orte am Freitag. Die drei Drfer liegen in einem Gebiet, das von der UNO 1974 als Waffenstillstandslinie Bravo zwischen Israel und Syrien festgelegt worden war. Es wird von UNDOF, der UN-Friedenstruppe fr den Golan, kontrolliert. Syrien hat lediglich Polizeikrfte vor Ort. Die Drfer waren in den 70er Jahren fr Vertriebene vom Golan neu aufgebaut worden. Heute leben dort vorwiegend ltere Menschen und Inlandsvertriebene.

Sa., 3.11., 12 Uhr, Berlin, Alexanderplatz: Demonstration des Syrischen Studentenverbandes gegen jede Intervention des Westens in Syrien

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