Dillenburg (dapd-hes). Im Uckersdorfer Vogel- und Naturschutz-Tierpark sind zwei Kängurus erschossen worden. Der Leiter des Parks in einem Stadtteil von Herborn (Lahn-Dill-Kreis), Wolfgang Rades, entdeckte am Donnerstag gegen 8.30 Uhr die beiden Tiere tot in ihrem Gehege. "Sie wiesen eindeutige Schussverletzungen auf, saubere Blattschüsse. Das muss ein geübter Schütze gewesen sein", sagte Rades auf dapd-Anfrage.
Die Polizei hatte noch keine näheren Erkenntnisse, geht aber wie die Parkleitung davon aus, dass der Täter in der Nacht zum Donnerstag in den Park einstieg. Schüsse von außerhalb, sagte der Parkleiter, wären aufgrund des dichten Bewuchses des Zauns mit Dornhölzern nicht möglich gewesen. Hinweise auf die Tatwaffe sollte eine Obduktion der Kängurus im Gießener Institut für Rechtsmedizin bringen, die am Nachmittag noch nicht abgeschlossen war.
Bei den beiden toten Tieren handelte es sich um ein fünf Jahre altes Parma-Känguru-Weibchen und seine zwei Jahre alte Tochter. Die kniehohen Tiere heißen in ihrer australischen Heimat Wallabys. Sie waren die einzigen Kängurus in dem kleinen Zoo mit insgesamt rund 300 Tieren.
Förderverein setzt Belohnung aus
Parkleiter Rades ist überzeugt, dass der Täter über genaue Ortskenntnisse verfügte und gezielt die Halloween-Nacht aussuchte. "In der Nacht knallt es sowieso häufiger", sagte er. Selbst in einer Ortsrandlage wie beim Uckersdorfer Park zögen laut Feiernde umher. Er selbst sei am Mittwochabend bis 21.30 Uhr im Park gewesen, ein Mitarbeiter habe zwei Stunden zuvor Schüsse in der Nähe gehört und Schwarzpulver gerochen. Er glaube aber nicht, dass darunter auch die Schüsse auf die Kängurus gewesen sein könnten, sagte Rades: "Das war ein gezieltes, feiges Attentat auf unseren Park und auf unschuldige Tiere." Der Förderverein des Parks habe eine Belohnung von 1.000 Euro für Hinweise auf den Täter ausgelobt.
01.11.2012 Ta
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