Freitag, 2. November 2012

Neonazi-Vater getötet: Zwölfjähriger in den USA vor Gericht - sz-online



Weil er seinen Vater im Schlaf erschossen haben soll, steht ein Zwlfjhriger vor Gericht. Der Gettete war ein Neonazi-Anfhrer, der Sohn wuchs mit Gewalt und Rassismus auf.

Los Angeles. Ein Zwlfjhriger muss sich in den USA als mutmalicher Mrder seines Vaters, eines bekannten Neonazi-Anfhrers verantworten. Als er zehn war, soll der Junge den schlafenden Jeffrey Hall mit dessen Revolver erschossen haben, wie US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) berichteten. Das Gericht im kalifornischen Riverside wird unter anderem klren mssen, ob das von Gewalt und Hass geprgte Umfeld des Kindes zu der Tat beigetragen hat, wie die Zeitung Los Angeles Times schrieb. Im Falle einer Verurteilung drohe dem Kind bis zum 23. Lebensjahr Jugendhaft.

Der an einer Lernschwche leidende Junge sei von seinem Vater regelmig geschlagen worden, erklrte die Verteidigung zum Auftakt des Prozesses. In dem Haus htten immer wieder Neonazi-Treffen stattgefunden. Auerdem habe er Zugang zu Waffen gehabt. All dies habe den Sinn des Kindes fr Recht und Unrecht vernebelt. Was macht jemand, der ein Ungeheuer oder einen Mrder erschaffen mchte? Er steckt ihn in ein Haus, wo es Gewalt, Kindesmissbrauch und Rassismus gibt, sagte Verteidiger Matthew Hardy.

Anklger Michael Soccio erklrte dagegen: Der Junge unterscheidet sich nicht von anderen Mrdern. Nach seinen Worten htte er den Vater auch erschossen, wenn dieser Mitglied einer Friedens- und Freiheitspartei gewesen wre. Der Staatsanwalt ist berzeugt, dass der Zehnjhrige die Tat beging, weil sein Vater sich von seiner Partnerin trennen wollte und das alleinige Sorgerecht haben wollte. Der Verteidiger warf der Frau vor, das Kind zu dem Mord angestiftet zu haben.

In einer dem Gericht vorgespielten Videoaussage erklrte der Junge, er habe es nicht lnger ausgehalten, dass sein Vater ihn und die Geschwister geschlagen habe. Auerdem habe der Mann gedroht, das Haus mit den Kindern darin in Brand zu stecken. Ich beschloss, es zu beenden, sagte er der Polizei. (dpa)


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