Freitag, 11. Januar 2013

Drei Kurdinnen in Paris ermordet: PKK-Gründungsmitglied unter den Opfern - STERN.DE

PKK, Kurden, Paris, Kopfschuss

Die pro-kurdische Oppositionspartei Frieden und Demokratie verurteilte die Tat und rief zu Protesten auf©

Der gewaltsame Tod dreier Kurdinnen mitten in Paris hat am Donnerstag in Frankreich fr Entsetzen gesorgt. Innenminister Manuel Valls sprach von einer regelrechten Hinrichtung. Die Frauen waren erschossen in den Rumen des Kurdischen Instituts aufgefunden worden, das eng mit der militanten Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist. Eines der Opfer war PKK-Grndungsmitglied. Die Behrden nahmen Mordermittlungen auf, Dutzende Bereitschaftspolizisten riegelten das Gebiet rund um den Tatort ab. Die von der Europischen Union (EU) als Terror-Organisation eingestufte PKK kmpft seit Jahrzehnten gewaltsam fr mehr Autonomie der Kurden. Die Trkei verhandelt inzwischen mit dem inhaftierten PKK-Chef Abdullah calan.

"Seien Sie versichert, dass die franzsischen Behrden diesen unertrglichen Taten entschlossen auf den Grund gehen werden", sagte Innenminister Valls am Tatort. Auch die Anti-Terror-Einheit sei eingeschaltet worden. Doch vorerst blieb unklar, wer die Frauen gettet haben knnte. Die Opfer seien offenbar mit Kopfschssen gettet worden, hie es bei der Pariser Polizei. Kurdische Medien berichteten, einer der Frauen sei auch in den Bauch geschossen worden. Die Opfer hatten laut franzsischer Polizei die trkische Staatsangehrigkeit. Unter ihnen ist auch Sakine Cansiz, die die PKK mit aus der Taufe gehoben hat. Eine weitere Tote sei Leiterin des Kurden-Zentrums in Paris gewesen, sagte Valls.

"Das ist ohne Zweifel ein politisches Verbrechen"

"Das ist ohne Zweifel ein politisches Verbrechen", sagte Remzi Kartal vom Kurdischen Nationalkongress, der die Organisationen der Volksgruppe in Europa unter einem Dach vereint. Er verwies auf die Friedensverhandlungen zwischen der trkischen Regierung und dem inhaftierten PKK-Chef calan. "Es gibt Krfte, die diesen Friedensprozess torpedieren wollen." Die Annherung drfte Spannungen innerhalb der Kurden-Bewegung ber Bedingungen fr einen Friedensschluss ausgelst haben.

In der Trkei wurde in den Medien und in der Regierungspartei AK vermutet, dass die Frauen Opfer PKK-interner Streitigkeiten geworden sind. Die pro-kurdische Oppositionspartei Frieden und Demokratie verurteilte die Tat und rief zu Protesten auf. In der Menschenmenge hinter den Polizeireihen in Paris waren Fahnen mit calan-Bild zu sehen.

In der PKK hat es immer wieder Grabenkmpfe gegeben. Die in der Trkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestufte Gruppe kmpft seit den 80er Jahren im Sdosten der Trkei fr eine grere Autonomie der Kurden. Dabei sind rund 40.000 Menschen gettet worden.

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