Samstag, 12. Januar 2013

Kurdinnen in Paris mit mehreren Kopfschüssen getötet - STERN.DE

Die drei mitten in Paris ermordeten kurdischen Aktivistinnen sind mit jeweils mehreren Kopfschssen gettet worden. Einem der Opfer sei vier Mal in den Kopf geschossen worden, den anderen beiden Frauen je drei Mal, verlautete nach der Autopsie der Leichen aus Justizkreisen. Ermittler hatten nach dem Fund der Leichen in der Nacht zum Donnerstag in den Rumen des Kurdischen Informationsbros in Paris bereits gesagt, alles deute auf eine regelrechte "Hinrichtung" der Frauen hin.

Unter den Toten ist Sakine Cansiz, eine Mitbegrnderin der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und Vertraute des in der Trkei inhaftierten PKK-Chefs Abdullah calan. Die Trkei und die PKK vermuten einen Angriff auf ihre Friedensgesprche als Hintergrund der Morde. Erst am Mittwoch hatten Medien von Fortschritten bei den Verhandlungen berichtet.

Der trkische Ministerprsident Recep Tayyip Erdogan rief zur Ruhe auf. Es knne sich um eine Abrechnung innerhalb der PKK handeln, aber auch um eine "versuchte Provokation" gegen seine Kurdenpolitik, sagte er laut trkischen Medien whrend einer Afrika-Reise. Auch sein Vize und Regierungssprecher Blent Arinc schloss nicht aus, dass sich der Anschlag gegen die derzeit laufenden Friedensverhandlungen zwischen der trkischen Regierung und dem in der Trkei inhaftierten kurdischen Rebellenchef calan richtete. Ein fhrender Vertreter des politischen Arms der PKK, Zbeyir Aydar, machte Krfte im trkischen Staatsapparat verantwortlich, welche die Verhandlungen ablehnen.

Der trkische Geheimdienst MIT verhandelt seit Dezember mit calan, dem Grnder und Anfhrer der PKK, ber eine Lsung des seit fast drei Jahrzehnten andauernden Konflikts. Die PKK kmpft seit dem Jahr 1984 fr die Rechte der Kurden und gegen den trkischen Staat; in dem Konflikt wurden bislang etwa 45.000 Menschen gettet.

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