Dienstag, 15. Januar 2013

Offenbar 60 islamistische Kämpfer in Mali getötet - STERN.DE

Bei den franzsischen Luftangriffen in Mali sind nach Angaben von Einwohnern in der Stadt Gao mehr als 60 islamistische Kmpfer gettet worden. Vor allem im Militrlager von Gao habe es zahlreiche Tote gegeben, sagten Einwohner der Stadt im Norden des westafrikanischen Landes und Sicherheitskrfte. Bei den Angriffen am Sonntag sei eine "Versammlung" von islamistischen Kmpfern getroffen worden, die berlebenden htten die Leichen in der Nacht geborgen. Heute will sich der UN-Sicherheitsrat mit dem Konflikt befassen.

"Die Islamisten, die sich in den Husern versteckt hatten, sind in der Nacht herausgekommen, um die Leichen ihrer Kameraden aufzusammeln", sagte ein Einwohner von Gao in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP. "Die Islamisten wurden whrend einer Versammlung berrascht, es gab viele Tote." Ein Mitarbeiter der Sicherheitskrfte sagte AFP, die islamistischen Kmpfer htten auch starke "logistische Verluste" verzeichnet. "Die Zahl von 60 Opfern ist absolut nicht bertrieben, die Bilanz ist sogar sicherlich weit schwerer."

Frankreich habe das UN-Treffen zur Information und fr einen Meinungsaustausch einberufen, sagte ein Sprecher der franzsischen UN-Mission. Frankreichs Auenminister Laurent Fabius sagte, sein Land habe bei dem Einsatz die "praktische Untersttzung" mehrerer europischer Partner sowie der USA.

Die franzsische Luftwaffe untersttzt seit Freitag die malischen Streitkrfte in ihrem Kampf gegen Islamisten, die den Norden des Landes kontrollieren. Sie hatten sich vergangene Woche angeschickt, Richtung Sden vorzustoen. Laut Frankreichs Staatschef Franois Hollande wurde der Vormarsch gestoppt. Am Sonntag griff die franzsische Luftwaffe erstmals Ziele in den Hochburgen der Rebellen im Norden an. In Frankreich selbst wurden aus Furcht vor Anschlgen islamistischer Gruppen die Sicherheitsvorkehrungen verstrkt.

Paris mchte die Entsendung von 3300 Soldaten der Westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS indes beschleunigen. Der UN-Sicherheitsrat hatte ihre Entsendung im Dezember grundstzlich gebilligt, ein Einsatz wurde aber zunchst erst fr September erwartet. Angesichts des Vorstoes der Islamisten hatte die ECOWAS am Freitag die umgehende Entsendung von Truppen beschlossen. Wann die ersten Einheiten eintreffen sollen, ist aber unklar.

Der UN-Sonderbeauftragte fr die Sahelzone, Romano Prodi, verteidigte die franzsische Offensive in Mali. "Frankreich hat auf Basis einer breiten bereinstimmung eingegriffen", sagte Prodi der Zeitung "Die Welt". "Die Angst vor dem islamischen Terrorismus wird von allen geteilt".

Der franzsische Auenminister Fabius verwies bei den untersttzenden EU-Staaten namentlich auf Grobritannien und Dnemark beim Lufttransport. Zudem leiste Washington Hilfe bei der Kommunikation und beim Transport, sagte er im Rundfunk. Bundesauenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte am Sonntag gesagt, dass keine Kampftruppen nach Mali geschickt werden sollen. Die Planungen fr eine EU-Ausbildungsmission fr die malischen Streitkrfte wrden aber fortgefhrt.

US-Prsident Barack Obama besttigte unterdessen, dass die USA Frankreich auch bei dem Versuch geholfen haben, einen franzsischen Staatsbrger aus den Hnden von Islamisten in Somalia zu befreien. Die Hilfe bei der gescheiterten Aktion sei aber "begrenzt" gewesen, erklrte Obama am Sonntag in einem Schreiben an den Kongress. "US-Kampfflugzeuge traten kurzzeitig in somalischen Luftraum ein" Die Maschinen htten aber "ihre Waffen whrend der Operation nicht eingesetzt".

Frankreichs Armee hatte in der Nacht zum Samstag versucht, einen franzsischen Geheimagenten zu befreien, der sich seit 2009 in Hnden der islamistischen Shebab-Miliz befand. Der Einsatz endete in einem Blutbad. Nach franzsischen Angaben wurden 17 Islamisten, ein franzsischer Soldat und wahrscheinlich auch die Geisel gettet. Ein franzsischer Soldat gilt als vermisst. Laut Augenzeugen starben auch acht Zivilisten.

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